Der Schlüssel liegt bei dir auf dem Küchentisch. Daneben ein Zettel mit einer Adresse in Essen. Und die Frage, die seit Wochen mitläuft: Was machst du jetzt damit?
Es gibt drei Wege. Selbst einziehen, vermieten oder verkaufen. Alle drei sind möglich. Aber nicht alle passen zu deinem Leben.
Weg 1: Selbst einziehen
Wann das passt
Einziehen passt, wenn dein Leben ohnehin gerade in Bewegung ist. Du wohnst in der Nähe. Deine jetzige Wohnung ist zu klein oder zu teuer. Oder du kommst aus Essen und wolltest sowieso zurück.
Dann kann die geerbte Wohnung ein Glücksfall sein. Du sparst Miete. Du kennst das Haus.
Was das praktisch bedeutet
Eine Wohnung, in der jemand jahrzehntelang gelebt hat, ist selten bezugsfertig. Bad und Küche sind alt, oft auch Elektrik, Böden, Fenster und Heizung. Bevor du einziehst, wird geräumt und hergerichtet. Das kostet meistens mehr Zeit und Geld, als man vorher denkt.
Dazu kommt die Familie. Wenn ihr zu dritt erbt und einer zieht ein, wollen die anderen zwei ihren Anteil. Du musst sie auszahlen, mit Erspartem oder einem Kredit.
Der typische Denkfehler
Der häufigste Denkfehler klingt so: „Vielleicht ziehe ich ja irgendwann mal dort ein.“
Irgendwann ist kein Plan. In der Zwischenzeit steht die Wohnung leer. Hausgeld, Grundsteuer und Versicherung laufen weiter. Geheizt werden muss auch, sonst kommt Feuchtigkeit ins Haus. Aus „irgendwann“ werden schnell zwei Jahre bezahlter Leerstand.
Wenn du weit weg wohnst und dort dein Job und deine Familie sind, ist Einziehen meistens keine echte Option.
Weg 2: Vermieten
Was dafür spricht
Vermieten bringt jeden Monat Geld. Die Immobilie bleibt in der Familie. Für viele fühlt sich das nach dem sanftesten Weg an.
Was Vermieten wirklich bedeutet
Vermieten ist kein Zustand. Vermieten ist eine Aufgabe.
Du suchst Mieter aus. Du schließt Verträge. Du rechnest jedes Jahr die Nebenkosten ab. Du bist der Ansprechpartner, wenn die Heizung ausfällt, auch sonntags. Du kümmerst dich, wenn die Miete nicht kommt.
Vieles davon kannst du abgeben. Eine Hausverwaltung nimmt dir Arbeit ab. Aber sie kostet, und die Entscheidungen bleiben trotzdem bei dir.
Alte Objekte brauchen erst Geld, bevor sie Geld bringen
Eine Wohnung aus einem Nachlass ist oft lange kaum verändert worden. Sofort vermieten geht selten.
Bad, Küche, Böden, Elektrik, manchmal Fenster und Heizung: Vor der ersten Miete steht meistens eine Investition. Dazu kommt, was am Haus ansteht. Rücklagen, Sonderumlagen für Dach oder Fassade, Vorgaben zur Energie. Das trifft dich als Eigentümer mit.
Und ein Mieter bleibt. Entscheidest du dich später doch für den Verkauf, verkaufst du eine vermietete Wohnung. Das ist etwas anderes als eine leere.
Erbengemeinschaft und Vermieten passen schlecht zusammen
Wenn mehrere erben, wird aus der Erbengemeinschaft eine Vermietergemeinschaft.
Jede größere Entscheidung braucht alle. Neues Bad? Alle. Mieterhöhung? Alle. Neuer Mieter? Alle. Dazu die Alltagsfragen: Wer macht die Abrechnung? Wer geht ans Telefon, wenn es tropft?
Die Einnahmen werden geteilt. Die Arbeit selten. Meistens macht einer alles und ärgert sich nach zwei Jahren. Daran zerbrechen Geschwisterverhältnisse. Nicht am Geld, sondern an der ungleichen Last.
Weg 3: Verkaufen
Was der Verkauf löst
Verkaufen beendet die laufenden Kosten. Hausgeld, Grundsteuer, Versicherung und Heizung laufen ab der Übergabe nicht mehr auf dich.
Verkaufen schafft außerdem eine saubere Teilung. Geld lässt sich teilen, eine Wohnung nicht. Aus einer Sache, über die man streiten kann, wird eine Zahl, die man aufteilen kann.
Und Verkaufen beendet das Thema. Keine Post mehr, die dir hinterhergeschickt wird. Kein schlechtes Gewissen, wenn wieder ein Monat ohne Fortschritt vergangen ist.
Was dazugehört
Vor dem Verkauf steht Arbeit. Die Wohnung wird geräumt, Wertsachen und Papiere werden gesichert, kleine Reparaturen stehen an. Danach folgen Bewertung, Unterlagen, Besichtigungen und der Notartermin.
Genau diesen Teil übernimmt dein Ansprechpartner vor Ort. Räumung, Herrichtung, Bewertung und Verkauf laufen aus einer Hand. Bei einer Nachlassauflösung in Essen musst du nicht selbst zwischen Entrümpler, Handwerker und Makler koordinieren.
Wann Verkaufen nicht die beste Wahl ist
Verkaufen ist nicht immer richtig.
Wenn du selbst Wohnraum suchst und die Wohnung passt, ist Verkaufen unsinnig.
Wenn ein Mieter drin wohnt, zuverlässig zahlt und die Wohnung in Ordnung ist, kann sie weiterlaufen.
Wenn ein Angehöriger dort wohnt, ist das eine Familienfrage und keine Rechenaufgabe.
Und wenn der Todesfall erst wenige Wochen her ist und du innerlich noch nicht so weit bist, lautet die Antwort oft: noch nicht. Eine Entscheidung aus Erschöpfung ist keine gute Entscheidung. Aufschieben ohne Plan aber auch nicht.
Die Fragen, die du dir der Reihe nach stellen solltest
Wenn du nicht weiterkommst, geh diese Fragen einmal von oben nach unten durch.
1. Wie weit weg wohnst du? Kannst du in einer knappen Stunde dort sein? Wenn nein, fällt Einziehen fast immer weg. 2. Erbst du allein oder mit anderen? Und wollen wirklich alle dasselbe? 3. In welchem Zustand sind Bad, Küche, Heizung, Elektrik und Fenster? 4. Was steht am Haus an? Frag nach Rücklagen, Beschlüssen und geplanten Sanierungen. 5. Wie viel Geld willst du hineinstecken, bevor etwas zurückkommt? 6. Wie viel Zeit hast du jeden Monat wirklich übrig, neben Job und Familie? 7. Willst du in zehn Jahren noch Vermieter sein? Und wenn du krank wirst, wer macht es dann? 8. Was braucht ihr mehr: Einnahmen über viele Jahre oder Klarheit in wenigen Monaten?
Meistens beantwortet sich die Frage schon nach Punkt vier oder fünf von selbst.
Steuer- und Rechtsfragen fehlen hier bewusst. Wie sich ein Verkauf steuerlich auswirkt, klärst du mit einem Steuerberater. Fragen zum Erbe selbst gehören zum Notar oder Anwalt.
Das Wichtigste in Kürze
Einziehen passt nur, wenn dein Leben ohnehin in diese Richtung geht. Vermieten bringt Einnahmen, kostet aber Zeit, Geld und Nerven, besonders bei alten Objekten und erst recht in einer Erbengemeinschaft. Verkaufen beendet die laufenden Kosten und teilt den Erlös sauber auf, ist aber nicht in jeder Lage die richtige Antwort. Geh die acht Fragen ehrlich durch, bevor du dich festlegst. Wenn du für eine Erbimmobilie in Essen jemanden vor Ort brauchst, der Räumung, Herrichtung, Bewertung und Verkauf zusammen abwickelt: Christian Gottschling ist unter 0201 453 177 97 erreichbar.
Sprich einmal kurz mit jemandem, der das jede Woche macht
Zehn Minuten am Telefon reichen meistens, um zu klären, was in deinem Fall der nächste sinnvolle Schritt ist. Danach entscheidest du in Ruhe – ganz ohne Verpflichtung.