Was wirklich wertvoll ist, landet nicht im Container

In der Kommode im Flur liegt eine Blechdose mit Knöpfen. Ganz unten darin: ein Ehering und zwei Goldmünzen. Im Schrank hinter der Bettwäsche steckt ein Umschlag mit Sparbüchern. Auf dem Dachboden steht ein Karton mit Briefen aus der Nachkriegszeit.

So etwas findet sich in fast jeder Wohnung. Und genau das ist die Angst, die viele nachts wachhält: Dass eine fremde Firma kommt, alles in einen Container kippt und niemand je erfährt, was dabei verschwunden ist.

Deshalb steht hier, was mit den Sachen Ihrer Eltern passiert. Und zwar vollständig.

Sortieren kommt vor dem Räumen – nie umgekehrt

Wer zuerst räumt und dann schaut, hat verloren. Was einmal im Container liegt, kommt nicht zurück. Deshalb wird zuerst gesichtet und dann erst gearbeitet.

Das bedeutet: Jeder Raum wird durchgesehen, bevor ein einziges Möbelstück bewegt wird. Schubladen werden geöffnet. In Bücher wird hineingeschaut, weil dort Geld und Papiere liegen. Taschen, Manteltaschen, Nähkästchen, Keksdosen, Küchenschränke, Keller, Dachboden.

Das dauert länger, als einfach abzuräumen. Es ist der Grund, warum am Ende etwas übrig bleibt, das Ihnen gehört.

Was oft übersehen wird und echten Wert hat

Christian Gottschling dokumentiert Wertsachen und Unterlagen bei einer Nachlassauflösung in Essen
Was gefunden wird, kommt auf eine Liste – nicht in den Container. Christian Gottschling dokumentiert jeden Fund und übergibt ihn den Erben.

Wert ist selten sichtbar. Vieles sieht nach Kram aus und ist es nicht.

  • Schmuck und Uhren: Auch Schachteln mit Modeschmuck enthalten oft echte Stücke. Mechanische Herrenuhren sind manchmal deutlich mehr wert, als sie aussehen.
  • Münzen und Sammlungen: Alte Kursmünzen, Silbermünzen, Briefmarkenalben. Der Zustand entscheidet, nicht das Alter.
  • Porzellan und Silberbesteck: Marken auf der Unterseite sagen mehr als das Aussehen. Bestecke werden oft weggeworfen, weil sie angelaufen sind.
  • Bilder und Grafiken: Signatur, Nummerierung, Rückseite. Ein unscheinbarer Druck kann ein signierter Druck sein.
  • Werkzeug und Maschinen: Gute alte Handwerkzeuge, Ständerbohrmaschinen, Hobelbänke haben einen stabilen Markt.
  • Musikinstrumente: Geigen, Blasinstrumente, Klaviere. Hier gilt: erst prüfen lassen, dann entscheiden.
  • Alte Möbel und Teppiche: Nicht jede Eiche rustikal ist wertvoll, aber echte Handknüpfteppiche und frühe Stücke sind es oft.
  • Bücher und Fotoapparate: Erstausgaben, Kunstbände, alte Kameras und Objektive.

Wenn bei einem Stück Unsicherheit besteht, wird es nicht schnell geschätzt und nicht schnell verkauft. Dann kommt ein Sachverständiger dazu oder das Stück geht in ein Auktionshaus. Das dauert etwas länger und ist für Sie fast immer die bessere Variante.

Dinge ohne Marktwert, die alles bedeuten

Manches ist keinen Euro wert und trotzdem das Wichtigste in der ganzen Wohnung.

Fotoalben. Dias. Briefe. Tagebücher. Urkunden, Zeugnisse, Stammbücher. Ausweise und Pässe. Sparbücher, Versicherungspolicen, Rentenbescheide, Grundbuchunterlagen, Verträge.

Solche Dinge werden gesichert, in Kisten gesammelt und Ihnen übergeben. Sie werden niemals entsorgt und niemals verwertet. Auch dann nicht, wenn sie beschädigt aussehen oder scheinbar niemanden mehr interessieren.

Ganz praktisch: Vieles davon brauchen Sie selbst. Unterlagen für den Erbschein, Grundbuchauszüge, Versicherungsnummern, Kontoverbindungen und laufende Verträge liegen fast immer in der Wohnung. Wenn diese Papiere im Container landen, wird die Abwicklung des Nachlasses aufwendig und teuer. Deshalb werden sie zuerst gesichert, nicht zuletzt.

Wie die Dokumentation aussieht

Bevor irgendetwas bewegt wird, wird jeder Raum fotografiert. Das ist Ihr Beweis, wie die Wohnung aussah – nicht nur ein Service.

Danach entsteht eine Liste der Fundstücke: was gefunden wurde, in welchem Raum, was damit passieren soll. Wertgegenstände und persönliche Papiere stehen darin getrennt.

Wenn es mehrere Erben gibt, bekommen alle dieselben Fotos und dieselbe Liste, zur gleichen Zeit. Niemand muss sich auf die Erzählung eines Geschwisters verlassen. Das nimmt einen der häufigsten Streitpunkte von vornherein weg.

Was mit dem Rest passiert

Was einen Marktwert hat und niemand behalten will, wird verwertet. Der Erlös wird Ihnen gegenübergestellt und angerechnet, nicht stillschweigend eingesteckt.

Was noch brauchbar, aber nicht verkäuflich ist – Kleidung, Geschirr, einfache Möbel – geht an soziale Einrichtungen statt auf die Deponie.

Alles Übrige wird getrennt und fachgerecht entsorgt: Sperrmüll, Elektrogeräte, Kühlschränke, Farben, Öle, Medikamente. Dafür bekommen Sie einen Entsorgungsnachweis.

Papiere und Datenträger sind ein eigenes Thema. Kontoauszüge, Arztunterlagen, Steuerakten, Festplatten, Handys, USB-Sticks und alte Rechner werden nicht in den Restmüll gegeben. Papier geht in die Aktenvernichtung, Datenträger werden zerstört oder Ihnen mitgegeben. Was Sie behalten wollen, bekommen Sie.

Woran Sie eine unseriöse Firma erkennst

Es gibt klare Warnzeichen. Wenn eines davon auftaucht, lohnt sich Misstrauen.

  • Ein Festpreis am Telefon, ohne dass jemand die Wohnung gesehen hat. Niemand kann ohne Besichtigung wissen, was drinsteht.
  • Barzahlung ohne Rechnung. Ohne Beleg gibt es keinen Nachweis und keine Haftung.
  • Kein Entsorgungsnachweis. Dann wissen Sie nicht, wo der Inhalt der Wohnung gelandet ist – und im Zweifel haften Sie als Eigentümer.
  • Druck zur schnellen Unterschrift, oft direkt beim ersten Termin. Seriöse Angebote laufen Ihnen nicht weg.
  • Keine Sichtung, kein Fotoprotokoll, keine schriftliche Absprache darüber, was mit Wertgegenständen passiert.
  • Ein auffällig niedriger Preis, weil „sich das über den Inhalt rechnet“, ohne dass jemand sagt, was mit dem Inhalt geschieht.

Sie dürfen nach all dem fragen. Wer nicht antworten will, hat einen Grund dafür.

Kurz zusammengefasst

Der Wert einer Wohnung steckt selten dort, wo man ihn vermutet. Deshalb wird zuerst gesichtet, fotografiert und aufgeschrieben – und erst danach geräumt.

Wertvolles wird geprüft, im Zweifel von einem Sachverständigen oder über ein Auktionshaus. Persönliche Dinge und Unterlagen werden gesichert und Ihnen übergeben, nie entsorgt. Der Rest wird verwertet, gespendet oder mit Nachweis entsorgt, Papiere und Datenträger datenschutzgerecht vernichtet.

Sie müssen dafür nicht vor Ort sein und nicht kontrollieren. Sie bekommen Fotos, eine Liste und eine schriftliche Absprache, an die sich alle halten. Erreichbar unter 0201-45875433.

Sprechen Sie einmal kurz mit jemandem, der das jede Woche macht

Zehn Minuten am Telefon reichen meistens, um zu klären, was in Ihrem Fall der nächste sinnvolle Schritt ist. Danach entscheiden Sie in Ruhe – ganz ohne Verpflichtung.

Christian Gottschling im Beratungsgespräch mit Erben in Essen

Christian Gottschling

Ihr Ansprechpartner in Essen

0201-45875433

Montag bis Freitag 9 bis 19 Uhr, samstags nach Absprache. Wenn niemand rangeht, sprechen Sie kurz auf die Mailbox – Sie werden zurückgerufen.

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